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Warum die billigste 24h-Betreuung nicht immer die günstigste ist

16. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen




Wie viele andere Dienstleister auch, hat jede Vermittlungsagentur ihr eigenes Preismodell. Es kann herausfordernd sein, sich bei all den verschiedenen Konstellationen einen klaren Überblick zu verschaffen.


Familie Maier hat drei Angebote für eine 24h-Betreuung vor sich liegen: 2.700,- Euro, 3.000,- Euro und 3.400,- Euro. Verständlicherweise ist das Angebot in Höhe von 2.700,- Euro am sympathischsten für Familie Maier. Doch bereits nach dem ersten Monat kommt die böse Überraschung: Die erste Betreuungskraft konnte nicht mit der demenzkranken Mutter umgehen, die zweite Betreuungskraft will keinen 2-Personen-Haushalt betreuen und als dritte Betreuungskraft wurde ein Mann geschickt, was Familie Maier klar abgelehnt hat. Drei Wechsel in einem Monat. Jeder Wechsel war mit zusätzlichen Kosten verbunden. Das günstigste Angebot erwies sich als teuerstes.


Natürlich ist dieses Beispiel überspitzt. Aber Situationen wie diese erleben Familien leider immer wieder. Denn gerade bei der 24h-Betreuung sagt der Preis alleine noch relativ wenig darüber aus, ob eine Betreuung am Ende auch wirklich funktioniert.


Eine Betreuungskraft lebt für zwei, drei oder vier Wochen im selben Haushalt mit der betreuten Person. Da muss einiges zusammenpassen. Hat sie Erfahrung mit Demenz? Spricht sie ausreichend Deutsch? Traut sie sich die Betreuungssituation überhaupt zu? Ist ihr bewusst, dass der Ehepartner ebenfalls im Haushalt lebt? Und genauso wichtig: Passt es auch menschlich?


Viele dieser Dinge lassen sich bereits vor der Anreise klären. Natürlich kann trotzdem einmal die Chemie nicht stimmen oder eine Betreuungskraft kurzfristig ausfallen. Das lässt sich nie ganz verhindern. Einen Unterschied macht aber, wie sorgfältig vorher vermittelt wurde und was passiert, wenn es eben doch einmal nicht passt.


Woher kommen die Preisunterschiede?

Genau hier liegt das Problem vieler Preisvergleiche. Bei einer 24h-Betreuung reicht es nicht, nur auf die Zahl zu schauen, die am Ende eines Angebots steht. Entscheidend ist, was man für diesen Preis bekommt und welche Kosten später noch dazukommen können.


Der größte Kostenfaktor ist in der Regel das Honorar der Betreuungskraft. Und auch wenn es verlockend klingt, gerade hier zu sparen: Eine erfahrene Betreuungskraft mit guten Deutschkenntnissen und Erfahrung mit bestimmten Krankheitsbildern verlangt in der Regel ein höheres Honorar als jemand ohne entsprechende Erfahrung.


Das bedeutet nicht, dass eine teurere Betreuungskraft automatisch besser ist. Sie muss vor allem zur betreuten Person und zur jeweiligen Betreuungssituation passen.


Bei Familie Maier wäre beispielsweise von Anfang an wichtig gewesen zu klären: Die Mutter ist an Demenz erkrankt. Im Haushalt lebt eine zweite Person. Gewünscht ist ausdrücklich eine weibliche Betreuungskraft. Das sind keine nebensächlichen Informationen, sondern wesentliche Kriterien für eine passende Vermittlung.


Dazu kommen je nach Agentur unterschiedliche Kosten für Organisation, Vermittlung, An- und Abreise oder den Wechsel der Betreuungskräfte. Genau deshalb lohnt es sich, bei einem Angebot nicht nur auf die große Zahl ganz unten zu schauen.


Was ist in diesem Preis tatsächlich enthalten? Was kostet ein Wechsel? Fallen Fahrtkosten zusätzlich an? Gibt es einmalige Gebühren? Und entstehen Mehrkosten, wenn kurzfristig Ersatz organisiert werden muss?


Das sind vielleicht nicht die spannendsten Fragen, wenn man gerade dringend eine Betreuung für Mama oder Papa sucht. Sie können später aber einen großen Unterschied machen.


Unser Tipp: Vergleichen Sie Leistungen statt Endbeträge

Niemand sollte mehr für eine 24h-Betreuung bezahlen als notwendig. Und ein höherer Preis bedeutet selbstverständlich nicht automatisch eine bessere Betreuung.


Problematisch wird es nur dann, wenn ein möglichst niedriger Preis wichtiger wird als die Frage, ob die Betreuung auch zur Familie passt.


Denn was bringt Familie Maier eine Ersparnis von 300,- Euro im Monat, wenn ständig neue Betreuungskräfte anreisen, zusätzliche Kosten entstehen und die Familie nach wenigen Wochen wieder dort steht, wo sie am Anfang war?


Deshalb unser Rat: Vergleichen Sie die Leistungen. Fragen Sie nach. Lassen Sie sich erklären, wie sich die Kosten zusammensetzen und was darin enthalten ist. Und entscheiden Sie nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Betrag.


Die günstigste 24h-Betreuung ist nämlich die, die nicht nur auf dem Angebot gut aussieht, sondern im Alltag auch funktioniert.


Familie Maier hätte sich damit drei Wechsel, viel Aufregung und letztlich auch Geld erspart.

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