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24h-Betreuung in Österreich: Es geht nicht mehr ohne

16. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen




In den Medien kommt die 24h-Betreuung leider nicht immer besonders gut weg. Dabei wird eines gerne übersehen: Ohne die vielen Betreuungskräfte, die täglich in österreichischen Haushalten im Einsatz sind, würde ein wichtiger Teil unserer Versorgungssystems schlichtweg fehlen.


Die 24h-Betreuung zählt mittlerweile zu den wichtigsten Säulen der Versorgung in Österreich. Neben mobilen Diensten, Krankenhäusern und Seniorenheimen ermöglicht sie vor allem älteren und betreuungsbedürftigen Menschen, auch bei höherem Unterstützungsbedarf weiterhin in den eigenen vier Wänden zu leben.


Was bedeutet das konkret in Zahlen?


Mehr als eine halbe Million Menschen beziehen Pflegegeld

Im Jahr 2025 bezogen in Österreich durchschnittlich 501.237 Menschen Pflegegeld. Das sind um 2,3 Prozent mehr als noch im Jahr davor.


Natürlich benötigt nicht jeder Mensch, der Pflegegeld bezieht, eine 24h-Betreuung. Die Zahl zeigt aber sehr deutlich, wie viele Menschen in Österreich bereits auf Unterstützung angewiesen sind.


Und dieser Bedarf wird in den kommenden Jahren nicht kleiner werden. Wir werden älter, leben häufiger alleine und auch die Zahl der Menschen mit demenziellen Erkrankungen steigt. Gleichzeitig können Angehörige die Betreuung nicht immer selbst übernehmen – sei es aufgrund des Berufs, der eigenen Familie oder schlichtweg, weil eine Betreuung rund um die Uhr irgendwann nicht mehr alleine zu schaffen ist.


Mehr als 22.000 geförderte 24h-Betreuungen

Durchschnittlich 22.234 Menschen pro Monat erhielten 2024 eine staatliche Förderung für ihre 24h-Betreuung. Für 2025 liegen derzeit noch keine endgültigen Ist-Zahlen vor.


Wichtig dabei: Diese Zahl umfasst nur jene Personen, die tatsächlich eine Förderung nach dem Bundespflegegeldgesetz beziehen. Menschen, die eine 24h-Betreuung ohne diese Förderung finanzieren, sind darin nicht enthalten.


Auf der anderen Seite stehen die Betreuungskräfte. Ende 2025 verzeichnete die Wirtschaftskammer Österreich 57.109 aktive Mitgliedschaften im Berufszweig der selbstständigen Personenbetreuung.


Eine Zahl, die deutlich macht, welche Dimension die Personenbetreuung in Österreich mittlerweile erreicht hat.


Was diese Zahlen im Alltag bedeuten

Wir erleben täglich, warum sich Familien für eine 24h-Betreuung entscheiden. Meistens geht es gar nicht darum, dass Angehörige nicht helfen wollen. Ganz im Gegenteil. Viele haben bereits lange unterstützt, bevor sie sich überhaupt an uns wenden.


Irgendwann kommt aber der Punkt, an dem ein paar Stunden Unterstützung nicht mehr ausreichen. Vielleicht kann die Mutter nachts nicht mehr alleine aufstehen. Vielleicht braucht der Vater aufgrund einer Demenzerkrankung jemanden, der dauerhaft da ist. Oder der Alltag wird einfach zunehmend schwieriger zu bewältigen.


Gleichzeitig möchten die wenigsten Menschen ihr Zuhause verlassen.


Und genau hier kommt die 24h-Betreuung ins Spiel.


Eine 24h-BetreuerIn hilft beim Anziehen, bereitet Mahlzeiten zu, führt den Haushalt, begleitet zu Terminen oder unterstützt bei alltäglichen Erledigungen. Vor allem ist aber jemand da.


Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit. Für viele Familien ist genau das aber der entscheidende Punkt.


Zu Hause ist eben zu Hause

Wer seit 30, 40 oder 50 Jahren in derselben Wohnung oder demselben Haus lebt, gibt diese Umgebung nicht einfach gerne auf. Dort kennt man jeden Winkel. Man hat seine Gewohnheiten, seine Nachbarn und seinen Lieblingsplatz. Und wenn es gesundheitlich irgendwie möglich ist, möchten die meisten Menschen genau dort auch bleiben.


Die 24h-Betreuung schafft für viele überhaupt erst die Möglichkeit dazu.


Das bedeutet übrigens nicht, dass Angehörige plötzlich keine Rolle mehr spielen. Im besten Fall passiert genau das Gegenteil: Sie müssen nicht mehr jede Aufgabe selbst übernehmen. Die Tochter kann wieder auf einen Kaffee vorbeikommen, ohne zuerst die Einkaufsliste abzuarbeiten. Der Sohn kann Zeit mit seinem Vater verbringen, ohne gleichzeitig überlegen zu müssen, wer morgen das Mittagessen macht.


Auch das gehört für mich zur 24h-Betreuung.


Es geht nicht mehr ohne

Natürlich läuft in der 24h-Betreuung nicht immer alles perfekt. Es gibt Herausforderungen und es gibt Punkte, bei denen wir als Branche weiterhin besser werden müssen. Qualität, faire Bedingungen für Betreuungskräfte und transparente Kosten gehören genauso zur Diskussion wie die Leistbarkeit für Familien.


Aber bei aller berechtigten Kritik sollte man eines nicht vergessen:


Mehr als eine halbe Million Menschen beziehen in Österreich Pflegegeld. Mehr als 22.000 Menschen erhalten eine Förderung für ihre 24h-Betreuung. Und Ende 2025 verzeichnete die WKO mehr als 57.000 aktive Mitgliedschaften in der selbstständigen Personenbetreuung.


Diese Menschen verschwinden nicht, wenn wir die 24h-Betreuung schlechtreden. Ihr Unterstützungsbedarf bleibt.


Deshalb sollten wir weniger darüber diskutieren, ob die 24h-Betreuung in Österreich ihren Platz hat.


Den hat sie längst.


Viel wichtiger ist die Frage, wie wir dafür sorgen, dass sie auch in Zukunft für Familien leistbar bleibt, Betreuungskräfte unter guten Bedingungen arbeiten können und betreuungsbedürftige Menschen möglichst lange dort leben dürfen, wo sie sich am wohlsten fühlen.


Zu Hause.


Quellen

Statistik Austria – PflegegeldJahresdurchschnitt 2025: 501.237 Pflegegeldbezieher; Daten erstellt am 4. Februar 2026.https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/sozialleistungen/bundespflegegeld


Wirkungsmonitoring des Bundes – Förderung der 24-Stunden-Betreuung2024: durchschnittlich 22.234 Förderbezieher pro Monat. Für 2025 liegt derzeit noch kein endgültiger Ist-Wert vor.https://wirkungsmonitoring.gv.at/kennzahl-detail/dauerbezieherinnen-einer-unterstuetzung-zur-24-stunden-betreuung-gem-%C2%A7-21b-bpgg-gesamt-19500-801/


Wirtschaftskammer Österreich – Branchendaten Personenberatung und Personenbetreuung, Mai 2026Mitgliederstatistik, Stand 31.12.2025: 57.109 aktive Mitgliedschaften im Berufszweig „Selbständige Personenbetreuung“.https://www.wko.at/bgld/statistik/branchenfv/b-127.pdf?utm_source=chatgpt.com

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