Pflege vs. Betreuung
Aktualisiert: vor 4 Tagen

„Guten Tag, Frau Dogic. Wir brauchen bitte eine 24h-Pflege für meine Mutter.“
Diesen Satz höre ich regelmäßig und weiß natürlich sofort, was damit in der Regel gemeint ist: die 24h-Betreuung. Die beiden Begriffe werden im Alltag oft als Synonyme verwendet. Rechtlich betrachtet stecken jedoch zwei verschiedene Aufgabenbereiche dahinter.
Pflege…
… ist für viele von uns ein Oberbegriff für Vielerlei. Raumpflege, Körperpflege, Pflanzenpflege. Wichtig hervorzuheben ist, dass die medizinische Pflege von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird. Dazu zählen unter anderem die Wundversorgung, die Versorgung von Katheter oder Stomas oder der Umgang mit einer Ernährungssonde. Auch die Unterstützung bei der Körperpflege kann durch medizinische Fachkräfte stattfinden.
Sie können sich also merken: Bei der Pflege steht der gesundheitliche und körperliche Unterstützungsbedarf im Vordergrund.
Ein Mensch kann aber Betreuung benötigen, ohne pflegebedürftig zu sein.
Die Betreuung…
… setzt hingegen viel stärker beim Alltag an: einkaufen, kochen, den Haushalt führen, zu Terminen begleiten, gemeinsam spazieren gehen oder einfach Gesellschaft leisten. Hier kommt die Berufsgruppe der Personenbetreuung zum Einsatz.
Eine 24h-BetreuerIn ist also nicht automatisch eine Pflegefachkraft. Trotzdem kann sie unter bestimmten Voraussetzungen auch Tätigkeiten übernehmen, die wir umgangssprachlich der „Pflege“ zuordnen würden. Bestimmte pflegerische oder ärztliche Tätigkeiten können beispielsweise entsprechend übertragen (delegiert) werden.
Warum sprechen dann so viele von „24-Stunden-Pflege“?
Weil sich die Begriffe im Alltag vermischt haben. In der Praxis können sich Pflege und Betreuung durchaus überschneiden – rechtlich und fachlich sind sie trotzdem nicht dasselbe.
Wenn Sie also das nächste Mal von einer „24h-Pflege“ hören, ist damit sehr wahrscheinlich eigentlich die 24h-Betreuung gemeint.
Und wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Unterstützung die richtige ist, ist das völlig in Ordnung. Erzählen Sie uns einfach, wie Ihr Alltag aussieht und wobei Sie Hilfe benötigen. Gemeinsam finden wir heraus, was wirklich zu Ihrer Situation passt.


